Förderkonzept  Mathematik Grundschule

Was ist Rechenschwäche?

Man spricht von einer Rechenschwäche, wenn ein Kind „besondere, anhaltende Schwierigkeiten in der mathematischen Begriffsbildung und beim mathematischen Denken und Handeln“ 1) zeigt.  Eine Rechenschwäche liegt vor, wenn sich „durch standardisierte Tests oder informelle Verfahren“ 1) ergibt, dass „die mathematischen Grundvorstellungen und Lösungsstrategien“ der betroffenen Kinder „erheblich unter dem Niveau liegen, dass für seine Jahrgangsstufe maßgeblich ist“. 

Was tut unsere Schule?

Vermuten die Fachlehrkräfte in der Eingangsphase bei einem Kind eine Rechenschwäche, wird das Kind bei  einer Fachkraft für Rechenschwäche vorgestellt und erhält einen Platz in einer der Förderstunden, die meist einmal in der Woche stattfinden.

Im dritten Jahrgang erhält jede Klasse einmal in der Woche Unterstützung durch eine Fachkraft für Rechenschwache.

Was passiert in den Förderstunden, der sogenannten „Matheklasse“?

Die mathematischen Basiskompetenzen  werden hier mit ausgesuchtem Anschauungsmaterial handelnd erarbeitet und sprachlich begleitet. Wir arbeiten überwiegend mit zweifarbig strukturierten Rechenrahmen und Mehrsystemblöcken, die unser Zehnersystem anschaulich darstellen.

Rechenschwache Kinder verharren oft im abzählenden Rechnen. Weitere auch für größere Zahlenräume tragfähige Strategien werden zwar im Unterricht behandelt, aber von den Kindern häufig nicht angewendet. Im Förderunterricht ist ausreichend Zeit, diese Strategien auszuprobieren und zu festigen, um Einsicht in mathematische Strukturen zu ermöglichen.

Was können Eltern tun?

In der Regel wird mit den Kindern zu Hause geübt, was noch nicht richtig sitzt. Es ist jedoch selten hilfreich, immer dieselben Aufgaben zu trainieren, wenn das Verständnis noch nicht gegeben ist. Sinnvoller ist es, die Kinder immer wieder nach ihrem Rechenweg zu fragen und so über die Mathematik zu reden. Hilfestellung erhalten die Eltern von den Fachlehrkräften. Eltern können darüber hinaus ihr Kind zu Hause unterstützen, indem sie bei Schwierigkeiten auf geeignete Anschauungsmittel zurückgreifen und das Kind selbst die Lösung finden lassen. Dazu benötigen sie Anleitung, die entweder in Elterngesprächen oder auf einem Elternabend stattfinden.

Diagnostik

Aufgrund der knapp bemessenen Stundenzahl kann eine gründliche Diagnostik in den seltensten Fällen durchgeführt werden. Die Fachkräfte der Förderstunden notieren ihre Beobachtungen in den Kleingruppen und geben informell Empfehlungen an die Fachlehrkräfte weiter. Am Ende des Schulhalbjahres wird ein kurzer Bericht für die Akte angefertigt, in dem der Stand und die Erfolge des Kindes dokumentiert werden.

So sieht die Förderung in diesem Schuljahr aus

Eingangsphasen:

4x wöchentlich vor dem Unterricht, meist in Vierergruppen

  1. Klasse:

pro Klasse 1 Stunde Doppelbesetzung im Regelunterricht

Das wünschen wir uns für die Zukunft

  • einmal wöchentlich 2 Stunden Förderunterricht in den 3. und 4. Klassen in der 6. Stunde durch eine Fachkraft für Rechenschwäche
  • eine Diagnostikstunde pro Woche

 

Warum auch noch Förderunterricht in den vierten Klassen?

Da laut Lehrplan die schriftlichen Rechenverfahren bereits in der dritten Klasse eingeführt werden müssen, besteht die Gefahr, dass Kinder mit einer Rechenschwäche nur noch nach Regeln agieren, ohne jedes Verständnis und ohne jeden Bezug zur Realität. So verfestigen sich falsch eingeübte Rechenwege und werden nicht mehr hinterfragt.

Diagnostik in den Klassenstufen 5 und 7 hat gezeigt, dass verfestigtes zählendes Rechnen und falsche Rechenwege sich nicht mit der Zeit legen. Es bleibt im Fachunterricht nicht die Zeit, diesen Fehlentwicklungen entgegenzusteuern. Umso dringender ist es, dass wir unsere Schülerinnen und Schüler in der Grundschule fit machen für den weiterführenden Unterricht.

Die Fachkräfte für Rechenschwäche der Gemeinschaftsschule Mildstedt

Birgit Reinhold               Marion Mintrop            Erika Lange

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